An einem netten Abend mit Freunden kam die Diskussion auf, ob man Wandersocken auch aus Handgesponnenem stricken könnte. Es war mehr so als Scherz gemeint, aber mir ist die Frage noch länger hinterher gelaufen...

Also habe ich angefangen zu recherchieren und experimentieren und behaupte, dass man durchaus Socken, die sehr belastet werden (vielleicht nicht wirklich Wandersocken, aber durchaus Alltagssocken), aus Handgesponnenem stricken kann. Wichtig ist die richtige Fasermischung, der kurze Auszug beim Spinnen und das richtige Verzwirnen.

 

Hier für euch meine bisher belastbarste Fasermischung....

Eine-Farbe-Rot

120g

40g Schurwolle (Rhönschaf)

40g Schurwolle (Corriedale)

40g Schurwolle (Cheviot)

 

 

Drei Fasern für die Socke 

Hier kein Batt, in dem die Fasern gemischt sind, sondern ein Farbton auf drei verschiedene Fasern gefärbt, die dann zusammen verzwirnt ein stabiles, aber fließendes und weiches Garn machen.

Mit dieser Fasermischung kann man vermutlich nicht über die Alpen wandern, aber für einen moderaten Einsatz im Alltag sind sie sehr schön.

 


 

Die Färbung entsteht in Handarbeit und deshalb ist auch kein Strang ganz wie der andere, das ist gewollt und kein Mangel ;) So entstehen handgefärbte Unikate 

 

Ich spüle die Kammzüge mehrfach sehr gründlich aus, kann aber trotzdem niemals einen Farbüberschuss ausschließen, deshalb empfehle ich immer eine separate Handwäsche nach dem Spinnen.

 

Ich versuche möglichst gut zu fotografieren, aufgrund von Monitoreinstellungen können die Farben leider abweichen.

 

 

13,80 €

11,50 € / 100 g
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Zwirntechnik für langlebige Socken

3-Strand Opposing-Ply Yarn

or Crepe Yarn

Man stellt 2 Singles in S-Richtung gesponnen und 1 Single in Z-Richtung gesponnen herDiese 3 Singles verzwirnt man dann gemeinsam in Z-Richtung. 

So entsteht ein sehr stabiles 3-fädiges Garn, was wesentlich höhere Belastungen aushält als normal verzwirntes 3-fädiges Garn.

 

 

Navajo-Ply Yarn/ Chain-Plying

Eine zweite Alternative stellt das Navajo oder Chain-Plying da. Es ist nicht ganz so belastbar wie die obere Variante, aber doch deutlich belastbarer als eine normale Verzwirnung. Dazu gibt es tolle Videos im Netz.

 

 

 

 

 

 

Beispiel-Probe:

 

Links seht ihr das 3-Strand Opposing - Ply Garn und rechts navajo-verzwirnt.

Auffällig ist, dass das 3-Strand Garn ein bisschen mehr Drall hat und dadurch nicht so auflufft, also dünner und fester bleibt. (Nach dem Verzwirnen hatte ich viel Überdrall im Garn, nach dem Baden hat es sich schön reguliert!)

Das Navajo-Garn wird fluffiger, weicher, obwohl es aus dem gleichen Single verzwirnt wurde wie das 3-Strand-Garn. Die Farbabschnitte bleiben schön erhalten, aber es ist nicht ganz so belastbar.

 

Beide Varianten eignen sich, um ein Garn herzustellen aus dem man langlebige Socken stricken kann.

Strickprobe

 

Oben seht ihr das 3-Strand Opposing Garn gestrickt mit Nadelstärke 2,5. Es hat ein leicht unregelmäßiges Strickbild und ist deutlich feiner als das andere Strickstück. Es fühlt sich härter und stabiler an.

 

Unten seht ihr das Navajogarn mit Nadelstärke 3 gestrickt. Das Strickbild ist regelmässig und fluffig. Es fühlt sich weich und fließend an. Der Farbverlauf ist deutlich zu sehen.

 

Fazit:

Mein Fazit ist, dass das 3-Strand Opposing Garn deutlich strapazierfähiger und fester ist als ein Navajo-Garn. ABER: diese Zwirnart würde ich wirklich nur für Socken nutzen, die lange halten sollen, da es ein festes und sehr griffiges Garn macht.

Das Navajo-Garn ist wesentlich weicher und fließender, es eignet sich sehr schön für alle Bekleidungsstücke! 


Basic 4-Ply Cable

Die Zwirnweise für feine Fasern

 

Man stellt 4 dünne Singles in S-Richtung gesponnen her. (Das es ein vierfädiges Garn wird, sollten die Singles wirklich dünn sein)

Jeweils zwei von ihnen werden mit viel Drall in Z-Richtung verzwirnt.

Diese beiden Garnstränge werden dann in S-Richtung miteinander verzwirnt.

 So entsteht ein sehr stabiles Garn, sodass man auch aus feine Fasern (Merino & Co) haltbare Socken stricken kann. 

 

P.S.:

S-Richtung = gegen den Uhrzeigersinn

Z-Richtung = mit dem Uhrzeiger

Normalerweise spinne ich Singles NIE gegen den Uhrzeigersinn, es kommt mir komisch vor,

aber es hat sich gezeigt, dass diese hier beschriebene Spinn- und Zwirnrichtung verstrickt haltbarer ist, als wenn man es andersherum macht.

 

 

 

Beispiel-Probe

Die Zwirnweise für feine Fasern

(Merino 19mic)

 

 

 

 

Man muss im zweiten Schritt die beiden 

S-Singles mit viel viel Drall in Z-Richtung verzwirnen, sonst reicht der Drall für das Zwirnen im 3. Schritt nicht mehr aus. Mein fertiges Garn hatte nach dem letzten Zwirnschritt ein bisschen Überdrall, was sich nach dem Bad schön reguliert hat.

 

Die Garntextur kommt mir sehr lebendig und irgendwie verschlungen vor.

Es fasst sich aber angenehm weich und fluffig an. Trotzdem ist es deutlich reißfester als ich es erwartet habe.

 

 

Strickprobe

Die Zwirnweise für feine Fasern

(Merino 19mic)

 

 

 

 Das Cable-Garn lässt sich schön stricken und macht ein angenehmes Strickbild. Es fasst sich weich, aber dicht an, genau das, was man für Socken möchte. Ich denke, dass es für alle, die sehr dünn spinnen können, eine tolle Zwirnalternative ist - nicht nur für Socken, auch für Kinderbuxen und beanspruchte Kleidungsstücke.